
Aus vielen Bereichen unseres täglichen Lebens ist funktionelle Bekleidung mit eingearbeiteter Klimamembrane nicht mehr wegzudenken. Auch bei Motorradbekleidung haben sich diese, von außen nicht sichtbaren, hauchdünnen Folien durchgesetzt.Ziel aller Klimamembranen oder Beschichtungen ist es, den Träger der Bekleidung vor Wettereinflüssen wie Wind und Wasser zu schützen. Darüber hinaus soll eine gute Klimamembrane auch eine hohe Atmungsaktivität aufweisen, welche das Verdunsten von Schweiß und den Abtransport nach außen gewährleistet, und somit für ein angenehmes Klima am Körper sorgt.
Alle Membranen versprechen wasserdicht zu sein. Dabei sollten Sie als Träger einer Membranjacke/ -hose jedoch beachten, dass die Mindestanforderung an den Wasserdruck für wasserdichte Bekleidung im Freizeit- und Sportbereich bei nur 50 mbar (entspricht 500 mm = 50 cm) liegt. Bereits beim Knien oder durch den Fahrtwind beim Motorradfahren tritt jedoch ein wesentlich höherer Druck auf (bis zu 400 mbar = 4.000 mm = 4 m).
Sie sollten deshalb bezüglich der Wasserdichtheit Ihrer Bekleidung darauf achten, dass die verwendete Membrane eine Wassersäule von mindestens 500 mbar (5.000 mm = 5 m) aufweist.
GORE-TEX® ist bis zu einer Wassersäule von 8.000 mbar (80.000 mm = 80 m) wasserdicht.
Das schwächste Element entscheidet!
Um die Wirkungsweise der eingesetzten Klimamembrane in vollem Umfang zu gewährleisten, ist eine exakte Abstimmung aller eingesetzten Materialien äußerst wichtig. Wie bei vielen Dingen ist das schwächste Glied der Kette ausschlaggebend für das Ergebnis. So bestimmt das Material bzw. die Schicht mit der geringsten Atmungsaktivität die Atmungsaktivität des kompletten Systems. Häufig ist dies das verwendete Obermaterial. Deshalb setzen wir für unsere GORE-TEX® Produkte vor allem speziell kaschiertes Cordura® ein, um ein Maximum an Atmungsaktivität zu gewährleisten (bis zu einem MVTR-Wert von 10.000 g/m / 4h). Aber auch unzweckmäßige Unterbekleidung/Unterwäsche wirkt sich negativ aus. Tragen Sie deshalb geeignete Funktionsunterwäsche, die den Feuchtigkeitstransport vom Körper weg zu den darüberliegenden Schichten (Zwiebelschalenprinzip) unterstützt. Die von uns für Funktionswäsche eingesetzten Materialien erfüllen diese Aufgabe bestens und verhelfen zu einer optimalen Atmungsaktivität Ihrer STADLER®-Motorradbekleidung. Baumwolle ist hierfür nicht geeignet, da sie sich vollsaugt, die Feuchtigkeit speichert und nicht abtransportiert.
Was passiert bei Regenfahrten im Sommer?
Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit und der vermeintlich hohen Temperaturen, funktioniert die Atmungsaktivität recht gut. Das an der Oberfläche der Bekleidung verdunstende Wasser erzeugt Verdunstungskälte und schafft somit das nötige Temperaturgefälle.
1. Je kälter die Außentemperatur im Vergleich zur Innentemperatur,
2. Je trockener die Außenluft im Vergleich zur Innenluft, desto besser funktioniert das System der Atmungsaktivität.
Unser Körper muss, um gesund zu bleiben, ständig eine Kerntemperatur von etwa 37°C halten. Steigt die Temperatur höher – sei es durch hohe Außentemperaturen oder durch körperliche Anstrengung – wird die überschüssige Wärme nach außen abgegeben. Das geschieht einerseits durch die Atmung und andererseits über die Haut. Reichen diese beiden Wege nicht aus, sondert der Körper Schweiß ab und sorgt so für eine kühlende “Verdunstungskälte”. Für den Augenblick wird dadurch das Temperatur-Gleichgewicht wieder hergestellt. Bleibt der Schweiß aber zu lange oder zu reichlich in der Kleidung, sinkt das Wohlbefinden und es kann zur Unterkühlung kommen, vor allem wenn Wind und Kälte von außen auftreffen. Die Kleidung muss also dafür sorgen, dass der Schweiß möglichst schnell von der Haut abtransportiert wird und verdunsten kann. Hierbei spielt der Wasserdampfdurchgangswert (Atmungsaktivität) der Bekleidung eine entscheidende Rolle. Je höher die Atmungsaktivität, meist angebeben in MVTR (g/m / 4h), desto mehr Wasserdampf (in Gramm) kann auf einen Quadratmeter Fläche in 4 Stunden abgegeben werden. Bei der Atmungsaktivität handelt es sich nicht, wie der Name vermuten lässt, um einen aktiven Vorgang, sondern um einen von der Temperatur und Feuchtigkeit abhängigen Vorgang.
Unsere textile Motorradbekleidung mit GORE® Membrane kann in der Regel wie folgt gewaschen oder gereinigt werden. Beachten Sie jedoch immer die eingenähten Pflegehinweise!
- vor dem Waschen Sturzpolster aus den Taschen entnehmen
- Maschinenwäsche im Schonwaschgang bei 30-40°C mit mäßig
Feinwaschmittel, ohne Weichspüler, gründlich spülen
- Wäschetrockner bei niedriger Temperatur bis max. 55°C
- Trommel mit nur 1 Jacke oder 1 Hose beladen
- bei Bedarf mit handelsüblichem Imprägnierspray im nassen Zustand
nachimprägnieren (zur Erhaltung der Wasser- und Schmutzabweisung)
- bei Bedarf (mit 1 Punkt) bügeln
- keine Nummern/Etiketten anklammern!